Bruchenball

Bruchenball

Bruchenball ist ein mittelalterliches Ballspiel, welches zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gespielt wurde. Zumindest wurde die Bruche, woraus der Name hervorgeht, in dieser Zeit getragen.
Bevor ich nun näher auf das Spiel eingehe, erkläre ich erst einmal was die Bruche ist. Eine andere Schreibweise lautet Brouche. Sie ist der heutigen Boxershorts nicht unähnlich und ist vielseitig einzusetzen. Man kann die Bruche als Unterkleidung anziehen, oder aber eben auch als Bekleidung für ein Ballspiel.
Mit der Zeit wurden an die Bruche auch Beinlinge angehängt. Besser erklärt wurden diese angenestelt, also mit einer kleinen Kordel zum Beispiel an der Bruche festgemacht. Der Vorteil ist klar zu erkennen, so hat man mit einem Bekleidungsstück die Möglichkeit sich im Sommer und im Winter zu kleiden. Im Sommer war es durch sein Schnittmuster eine luftige Angelegenheit, während im Winter dies zusätzlich Schutz vor Kälte bot.

- Bekleidung für Bauern auf dem Feld
- im Winter als Schutz vor der Kälte
- Bekleidung beim Bruchenball

Das sind einige der Möglichkeiten wie eine Bruche eingesetzt werden kann.

Doch nun zurück zum Spiel. Nun könnt ihr euch sicherlich vorstellen, warum das Spiel nun Bruchenball heisst. Genau, die einzige Bekleidung bei diesem Spiel ist nun mal die Bruche. Vorteile ergeben sich durch die große Beinfreiheit und das sie recht schnell herzustellen ist (vielleicht schaffe ich es mal eine Bruche selbst zu schneidern und dann hier auch einzustellen).
Ein Vorteil sollte noch erwähnt werden. Da es zu Beginn der Anfänge immer wieder vorkam das Knappen Waffen ins Spiel schmuggelten, musste eine Möglichkeit geschaffen werden, dies unmöglich zu machen. Unter der Bruche allerdings kann man kaum eine Waffe verstecken.
Dieses Spiel, wie so oft, hat natürlich einen ernsteren Hintergrund als den Spaß. Vorzugsweise galt dies als Bestandteil der Ausbildung der Knappen. So konnten die Herren diese bestens darauf vorbereiten was es hieß im Kampf sich um die Ritter zu kümmern. Diese mussten nämlich mehrmals aus der Kampfzone geholt werden. Muskelkraft war da gefragt, auch Geschick im Umgang mit Gegnern die nicht nur den Ritter töten wollten, sondern dann auch die Knappen.
Das Spiel trainierte also Muskelkraft, Geschick und Durchsetzungsvermögen.
Daraus entwickelte sich letztlich ein Turnier. Ähnlich wie sich die Ritter in einem Turnier maßen, so gab es das auch bei den Knappen. Für ein Spiel benötigt es ca. 5 knappen pro Team. Ein Spiel besteht aus zwei Teams. In einem abgestecktem Feld, das sollte nicht größer wie 5m bis 7m, ist das Ziel, den sogenannten Ball über eine vorbestimmte Linie zu bringen. Kommt euch das bekannt vor? Wenn nicht, dann hier die Auflösung: Rougby zum Beispiel hat große Ähnlichkeit damit, aber auch Fußball, wobei es da die Beschränkungen bei der Berührung gibt.
Im Bruchenball allerdings muss man die Hände einsetzen, denn sonst ist es schlecht den "Ball", der sollte als Mindestgewicht 20kg aufweisen, über die Linie zu bekommen. Somit kommen wir nun zu den Regeln.
Erlaubt ist eigentlich fast alles. 5 Spieler pro Team versuchen den Ball nun über eine Linie zu bekommen. Getötet werden durfte keiner. Ansonsten war eigentlich fast alles erlaubt. Einzig die Verletzungen mussten im Rahmen bleiben. Zumindest in der Ausbildung der Knappen war dies wohl kaum ein Ziel. Gespielt werden auch nur einige Minuten und auch die Höhe der Tore sollte nicht zu hoch sein. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, entweder es wird gespielt bis nach 10 Minuten eine Mannschaft die meisten Punkte hat, oder aber wer zuerst 3 Punkte erreicht hat gewonnen. So kann man viele Spiele an einem Tag durchführen und ein Turnier daraus machen. Ungeübte werden sicher danach einige Muskeln merken, von denen sie dachten das es sie nicht geben würde.
Was braucht man nun für das Spiel?

- 4-5 Spieler pro Team (je nach Menge der Anfrage)
- eine Markierung des Spielfeldes (Seil oder Heu, Sand lässt sich auch nehmen. Vorzugsweise sollte das Feld rund sein).
- einen ca. 20kg schweren Ball in Leinen, gefüllt vorzugsweise mit Tannenzapfen, aber alles andere lässt sich auch nehmen, sofern die Verletzungsgefahr minimiert bleibt).
- eine Bruche pro Spieler (selbstverständlich lässt sich auch anderes nehmen, sollte aber wegen Waffen vorher durchsucht werden.
- ein Spielleiter, der auf die (wenigen) Regln achtet und diese rigoros durchsetzt (achtet auf die Verletzungsgefahr).

Und nun viel Spaß beim nachspielen und das die Verletzungen gering bleiben.
Bilder werde ich, sobald ich welche habe, natürlich nachreichen.

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Inrahil
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Re: Bruchenball

Hier nun eine mögliche Variante der Regeln. Wirklich festgeschriebene gibt es nicht, daher bleibt es der Turnierleitung vorbehalten, nach welchen Regeln gespielt wird. Das einzige was sich durch die Jahrhunderte gehalten hat ist die Tatsache, das Waffen verboten waren.


http://www.renaissance-burgenfreunde.de/images/agorapro/attachments/554/Regeln.jpeg

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